Was ist ATEX?


In diesem Artikel betrachten wir, was ATEX beinhaltet, welche Richtlinien und Standards betroffen sind und welche Informationen auf einem Typenschild eines ATEX-Sensors angezeigt werden müssen.
ATEX ist die europäische Richtlinie (2014/34/EU) für Bereiche, in denen aufgrund des Vorhandenseins oder der Gefahr des Vorhandenseins einer explosionsfähigen Atmosphäre eine Explosionsgefahr besteht. Denken Sie zum Beispiel an eine Ölbohrplattform. Diese Arten von Umgebungen werden auch als ATEX (oder EX)-Umgebungen, Zonen oder ATEX-Bereiche bezeichnet. Wörtlich genommen steht ATEX für die Abkürzung der französischen Bezeichnung ATmosphères EXplosibles. In Europa fallen explosionsgefährdete Bereiche unter die Richtlinie ATEX 153 (früher ATEX 137). Ziel dieser Richtlinie ist es, Arbeitnehmer, die einer Explosionsgefahr ausgesetzt sind, vor den vorhandenen Explosionsrisiken zu schützen. Für Geräte, die in einer Ex-Zone mit Explosionsgefahr eingesetzt werden, gilt die Richtlinie ATEX 114 (vormals ATEX 95).
Die Richtlinie ATEX 114 beschreibt die minimalen und grundlegenden Richtlinien und Sicherheitsanforderungen, die Geräte, die in Ex-Zonen eingesetzt werden, erfüllen müssen. Die ATEX 114-Richtlinie zielt darauf ab, Geräte so zu schützen, dass sie bei normalem Gebrauch oder unter auftretenden Fehlerbedingungen keine potenzielle Zündquelle darstellen können. Die grundlegende Prämisse der ATEX-Gesetze und -Vorschriften besteht darin, zu verhindern, dass sich eine explosionsfähige Atmosphäre in eine Explosion verwandelt.
Um eine explosive Atmosphäre, wie z. B. eine Ölplattform, zur Explosion zu bringen, sind drei Voraussetzungen erforderlich:
Diese drei Voraussetzungen werden als das so genannte ATEX-Dreieck, auch Explosionsdreieck oder Gefahrendreieck genannt, beschrieben. Eine Explosion kann verhindert werden, indem eine oder mehrere Voraussetzungen aus dem Gefahrendreieck beseitigt werden. Der erste Schritt ist in der Regel die Verhinderung oder Beseitigung des explosiven Staub- oder Gasgemisches oder die Beseitigung des Sauerstoffs (Katalysators) in der Luft. Der zweite Schritt ist die Vermeidung von Zündquellen. Die Vermeidung einer Zündquelle kann zum Beispiel durch die Verwendung funkenfreier Werkzeuge erfolgen. Im Falle von elektrischen Geräten, wie z. B. Sensoren, kann dies durch eine geeignete Schutzmethode erfolgen. Für die meisten Ex-Zonen ist es dann erforderlich, das Endprodukt von einer benannten Stelle (NoBo) zertifizieren zu lassen.
Im Hinblick auf den Explosionsschutz wird neben ATEX häufig auch der Begriff IECEx genannt. IECEx ist die internationale Organisation, die unter dem Dach des IEC (International Electrical Committee) operiert. Die IECEx Organisation hat das Ziel, mit der harmonisierten Norm IEC 60079 einen internationalen Standard im Explosionsschutzbereich zu verwirklichen. Bisher haben nur ein paar Länder diese Norm übernommen, wie Australien, Neuseeland u. a. Die Chance, dass die IECEx Norm als maßgeblicher internationaler Standard akzeptiert wird, ist sehr gering. Es gibt viele Länder, in denen Ex-Produkte mit lediglich einer IECEx Zertifizierung (gemäß dem IECEx 02 Zertifizierungsschema) keine Marktzulassung erhalten. Häufig kann die IECEx Zertifizierung jedoch als gute Grundlage für den Erhalt einer national geltenden Zertifizierung dienen. Beispielsweise in den folgenden Ländern ist eine spezifische, national geltende Zertifizierung erforderlich: USA und Kanada (UL/CSA, NEC 500 Reihe), Russland (CU TR 012), Brasilien (INMETRO) und Japan (JPEx).
Der große Unterschied zwischen einer ATEX und IECEx Zertifizierung ist, dass in Europa eine ATEX Zertifizierung vorgeschrieben und auch nur in der EU rechtskräftig ist. IECEx ist, mit Ausnahme von Australien und Neuseeland, in keinem Land gesetzlich vorgeschrieben. Sie wird als eine internationale Norm betrachtet auf die sich viele andere nationale Zertifizierungen stützen bzw. mit der sie weitgehende Gemeinsamkeiten aufweisen. Viele benannte Prüfstellen, auch Notified Bodies (NoBo) genannt, akzeptieren Produkte, die gemäß IECEx 02 zertifiziert wurden, im Hinblick auf die Vergabe einer nationalen Zulassung. Trotz der Tatsache, dass die Richtlinien viele Schnittflächen aufweisen, gibt es auch Unterschiede. Ein Produkt, das gemäß IECEx 02 zertifiziert wurde, erfüllt nahezu immer die ATEX-Anforderungen, umgekehrt ist das jedoch keinesfalls gewährleistet. Ein weiterer Unterschied ist, dass für eine ATEX Zertifizierung die ATEX 114 Richtlinie bindend ist, innerhalb von IECEx ist die Norm IEC 60079 bindend. Die ATEX 114 Richtlinie wird jedoch von der Norm IEC 60079 gestützt. Außerdem darf innerhalb von ATEX von den IEC-EN 60079 Normen abgewichen werden. Im Rahmen des IECEx 02 Zertifizierungsschemas ist das nicht zulässig und wird dementsprechend auch nicht akzeptiert.
Zum Schluss ist es wichtig zu wissen, dass es vorgeschrieben ist, auf ein ATEX zertifiziertes Produkt eine Ex-Kennzeichnung anzubringen. Diese Kennzeichnung muss strengen Anforderungen gerecht werden, um zu gewährleisten, dass die richtigen Informationen auf die richtige Weise dargestellt werden. Das Typenschild und die Ex-Kennzeichnung müssen mindestens die folgenden Angaben umfassen:

Ein Beispiel für ein ATEX-zertifiziertes Produkt ist der LAM 300 Ex d Distanzlaser mit einem ATEX-Gehäuse. Jedes ATEX-Produkt gibt die kompatiblen Zonen-Zertifizierungen an, die angeben, in welchen Zonen das Produkt eingesetzt werden darf. Damit verbunden sind auch EN-Normen, die z. B. etwas darüber aussagen, welche Anforderungen das verwendete Produkt erfüllt.
Der LAM 300 Ex d-Laser hat die folgenden Zonen-Zertifizierungen und entspricht den folgenden EN-Normen:

